30 Days
NGR 2006, R: Mildred Okwo, D: Genevieve
Nnaji, 150‘ | DVD, OF

»Female Revolutionaries Against Corruption in Africa«, kurz FRACA, nennt
sich eine militante Vereinigung höherer Töchter, die dem unverantwortlichen
Treiben ihrer Väter ein Ende setzen wollen – zur Not auch mit Waffengewalt.
Gemeinsam ermorden sie Politiker, die sich gegen die junge Demokratie
Nigerias durch Bestechung, Vetternwirtschaft und kriminelle Machenschaften
schuldig gemacht haben.
Mildred Okwos 30 Days ist ein fulminanter Nollywood-Blockbuster, der
bewährte Formen des US-amerikanischen Genre- und Exploitationkinos
belehnt, um sie mit der politischen Erfahrung Nigerias, insbesondere seit
dem Übergang zur Demokratie Ende der 1990er Jahre, zu sättigen. Als
reales Vorbild für die FRACA mögen Banden wie die »Bakassi Boys« aus
dem Südosten des Landes gedient haben, die das Versagen staatlicher
Institutionen zum Anlass nahmen, brutale Selbstjustiz zu üben. Zu ihnen
unterhält die nigerianische Videofilmindustrie ein ähnlich ambivalentes
Verhältnis wie Hollywood zur Figur des Gangsters. Was 30 Days von solcher
Räuberromantik abhebt, ist nicht nur das dezidiert politische Anliegen
seiner gesetzlosen Sympathieträgerinnen, es sind auch und vor allem die
feministischen Untertöne des Drehbuchs: Als der alternde Chefredakteur
einer liberalen Zeitung die FRACA als »those girls« abkanzelt, kann seine
resolute Redakteurin nicht an sich halten: »Women! Not girls«.
Sa 12.6. 21h
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